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Aderlass
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Der Aderlass, das (Zur-Ader-)Lassen oder Aderlassen (althochdeutsch (bluot) lÄz(z)an;cite-ref-3[3] mittelhochdeutsch lÄze, lÄzen bzw. bluot lÄzen, aderlĂŠzecite-ref-4[4] und ÄderlÄzen; mittellateinisch venaesectio;cite-ref-5[5] englisch bloodletting, bleeding, phlebotomy), auch die Phlebotomie (aus altgriechisch phlĂ©ps âAderâ und tĂ©mnĆ âschneidenâ), ist ein seit der Antike bekanntes und bis ins 19. Jahrhundert hĂ€ufig bei Menschen und Tierencite-ref-6[6] angewandtes Heilverfahren. Beim Aderlass zu therapeutischen Zwecken werden dem (erwachsenen) Menschen etwa zwischen 50 und 1000 ml, heute meist maximal 500 ml Blut entnommen. Nur bei wenigen Krankheitsbildern konnte ein Heilungseffekt durch Aderlass nachgewiesen werden. Infolgedessen ist er weitgehend aus dem medizinischen Alltag verschwunden.
Der Aderlass ist, wie auch das Schröpfen, eine der Ă€ltesten medizinischen Behandlungsformen. Er war schon vor der Zeit des Hippokrates (ca. 460â370 v. Chr.) bekannt und galt neben der Anwendung von Brechmitteln und AbfĂŒhrmitteln bis ins 19. Jahrhundert als eine der wichtigsten, wenn auch umstrittenen, medizinischen Therapieformen. Auf der Grundlage der antiken SĂ€ftelehre sollte der Aderlass schĂ€dliche oder im ĂbermaĂ vorhandene SĂ€fte aus dem Körper entfernen.cite-ref-7[7]
Contents
âą Geschichte
âą Antike
âą Mittelalter
âą Neuzeit
âą China
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Einsatz in der heutigen Medizin
Wie die Blutentnahme zur Blutspende wird der Aderlass heute an den groĂen Venen der Arme ausgefĂŒhrt.
Nur bei wenigen Erkrankungen spielt der Aderlass heute eine wichtige Rolle:
âą Bei der Polycythaemia vera, einer Erkrankung, die insbesondere zu einer krankhaft vermehrten Bildung von Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und damit zu einer Erhöhung der BlutviskositĂ€t fĂŒhrt, ist der Aderlass die Akuttherapie der Wahl. Zur Behandlung der Erkrankung werden anfĂ€nglich bei HĂ€matokritwerten von deutlich ĂŒber dem Normwert (gröĂer als 55 %) sechs bis acht AderlĂ€sse im wöchentlichen Abstand (jeweils bis zu 500 ml) durchgefĂŒhrt, um den lebensbedrohlich hohen HĂ€matokritwert (teilweise ĂŒber 60 %) auf einen Normalwert (ca. 45 %) abzusenken. Danach erfolgt diese MaĂnahme in sechs- bis zwölfwöchigen AbstĂ€nden, wenn nicht andere medizinische Schritte eingeleitet werden.cite-ref-8[8]
âą Bei der HĂ€mochromatose, einer Erkrankung des Eisenstoffwechsels, werden lebenslang AderlĂ€sse zur Senkung des Eisengehaltes im Körper durchgefĂŒhrt.cite-ref-9[9]
âą Bei einer Polyglobuliecite-ref-10[10] kann eine Verbesserung der FlieĂeigenschaften des Blutes durch Aderlass erforderlich werden, wenn beispielsweise eine Zentralvenenthrombose im Auge droht oder bereits aufgetreten ist. Bei reaktiven Formen der Polyglobulie ist die Aderlass-Therapie jedoch kontraindiziert, da die Patienten die vermehrten SauerstofftrĂ€ger benötigen.cite-ref-11[11]
⹠Bei Porphyria cutanea tarda, einer Störung der Synthese des roten Blutfarbstoffs HÀm, kann durch AderlÀsse Eisen entfernt werden, das ansonsten in der Leber SchÀden anrichtet.cite-ref-12[12]
âą Klinische Studien deuten darauf hin, dass hĂ€ufige Blutspenden eine nicht nur vorĂŒbergehende, deutlich blutdrucksenkende Wirkung bei Bluthochdruck zeigen. Diese Beobachtung wurde jedoch nicht durch ausreichend groĂe, randomisierte kontrollierte Studien ĂŒberprĂŒft.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]
Einsatz in der Alternativmedizin
âą In der Alternativmedizin zĂ€hlt der Aderlass (wie auch das Schröpfen) zu den ausleitenden Verfahren. So auch in dem von Gottfried Hertzka entwickelten âAderlass nach Hildegard von Bingenâ.cite-ref-16[16]
Geschichte
Theorie und Praxis in der Geschichte
Theorie
Der Aderlass als magisch-kultisches Hilfsmittel zur Gewinnung von Blut (mittels scharfrandiger Muschelschalen, Messer oder kleiner Pfeile) war weltweit verbreitet; so bei den Ureinwohnern Australiens, die Blut als Nahrung fĂŒr Geister gaben, oder den Indianern Altmexikos und Perus sowie im frĂŒhen Japan und in Babylonien.cite-ref-17[17]
Die medizinische Anwendung des Aderlasses beruhte in Europa seit der Antike auf dem System der SĂ€ftelehre, welches Krankheit als Ungleichgewicht in der Vermischung (Dyskrasie) der SĂ€fte (Blut â Cholera/gelbe Galle â Melancholia/schwarze Galle â Phlegma/Schleim) oder als Degeneration einzelner dieser SĂ€fte deutete.cite-ref-18[18]
Zwei Aderlass-Verfahren wurden unterschieden:
1. Die Derivation (lateinisch derivatio âAbleitungâ), die von der Vorstellung ausging, die âverdorbenen SĂ€fteâ oder die âfehlerhafte SĂ€ftemischungâ mĂŒssten aus dem Körper auf direktem Wege entfernt werden. Dazu wurde der Aderlass in der NĂ€he der erkrankten Region mit der Ausleitung von groĂen Blutmengen ausgefĂŒhrt.
2. Die Revulsion (lateinisch revulsio âUmwĂ€lzungâ), die von der BefĂŒrchtung ausging, bei der âDerivationâ wĂŒrden mit den âschlechten SĂ€ftenâ auch die âguten SĂ€fteâ entfernt. Bei der âRevulsionâ wurde der Aderlass weit entfernt von der erkrankten Region mit der Ausleitung von geringen Blutmengen ausgefĂŒhrt. Das Ziel war, die in der erkrankten Region angesammelten âschlechten SĂ€fteâ von dort abzuleiten und durch âbessere SĂ€fteâ oder durch âbesser durchmischte SĂ€fteâ zu ersetzen.
Die frĂŒhesten exakten Angaben ĂŒber vermutete Beziehungen zwischen dem Aderlass und der Stellung der Planeten finden sich im Regimen sanitatis Salernitanum. Es enthĂ€lt die Anweisung, den Aderlass vornehmlich im April, Mai und September auszufĂŒhren, sowie die Feststellung, dass Jupiter und Venus dem Eingriff gĂŒnstig, Saturn und Mars ihm hingegen ungĂŒnstig sind. Ăberdies mĂŒsse auch den verschiedenen Mondphasen Rechnung getragen werden. AusdrĂŒcklich wird jedoch gesagt, dass in dringlichen FĂ€llen diese Regeln auĂeracht gelassen werden dĂŒrfen.cite-ref-19[19]
Zodiak-Mann mit Tierkreiszeichen in Analogie zu den Körperteilen
Jedes der 12 Tierkreiszeichen beherrscht eine Region des menschlichen Leibes:
1. Widder â Haupt und Antlitz
2. Stier â Hals und Kehle
3. Zwillinge â Arme und HĂ€nde
4. Krebs â Brust
5. Löwe â Magen und Niere
6. Jungfrau â die ĂŒbrigen Eingeweide
7. Waage â RĂŒckgrat und GesĂ€Ă
8. Skorpion â Weichen und Schamglieder
9. SchĂŒtze â HĂŒften und Schenkel
10. Steinbock â Knie
11. Wassermann â Schienbein
12. Fische â Knöchel und FuĂsohle
In dieser Hinsicht galt vor allem als Grundsatz, den Aderlass zu vermeiden, wenn der Mond in jenem Zeichen des Tierkreises steht, welches den betreffenden Körperteil regiert. So hielt man es zum Beispiel fĂŒr kontraindiziert, an Armen und HĂ€nden zur Ader zu lassen, wenn der Mond sich im Zeichen der Zwillinge bewegt.cite-ref-22[22]
Es finden sich jedoch auch andere, mehr oder weniger davon abweichende Anweisungen, so etwa bei dem Salernitaner Arzt Archimatheus, der um 1165 schrieb: âFerner achte beim AderlaĂ auf die Zeit der Krankheit, die Jahreszeit, die KrĂ€fte und das Alter des Kranken. Vom Beginn des Herbstes an bis zum FrĂŒhling entnimm das Blut aus dem linken Arm, vom FrĂŒhlingsanfang an aus dem rechten Arm. Wegen einer Erkrankung des Gehirn schneide in die Vena cephalica, bei einer Erkrankung der Atmungsorgane in die Vena mediana, bei einem Leiden der ernĂ€hrenden Organe in die Vena hepatica; wenn du den Kranken zur Ader lĂ€Ăt, halte alle Sorgen von ihm fern.âcite-ref-23[23]
Praxis
Beim Aderlass wurde das Blut meist durch die Eröffnung von Venen entfernt (Phlebotomie). Der einen Aderlass praktizierende Therapeut wurde Phlebotomus genannt. Genauso hieĂ auch das Aderlasswerkzeug, der sogenannte AderlassschnĂ€pper.cite-ref-26[26] Die âzu groĂe Vorliebe fĂŒr das Aderöffnen als Heilmittel hat Christian Friedrich HarleĂ 1828 in den Heidelberger klinischen Annalen als Phlebotomomania (Aderlasswuth) bezeichnet.âcite-ref-27[27]
SpĂ€testens seit Galen (2. Jahrhundert n. Chr.) wurde der Aderlass aber auch, wenn auch selten, durch die Eröffnung von Arterien (Arteriotomie, Sectio arteriae, Schlagaderschnitt, Schlagaderöffnung mit einem Arteriotomcite-ref-28[28]) praktiziert. Ob die Arteriotomie bereits von den Griechen ausgefĂŒhrt wurde, kann nur vermutet werden, da nicht sicher abzuklĂ€ren ist, ob vor Galen mit der Bezeichnung âArterienâ auch wirklich diese GefĂ€Ăe gemeint waren. Galen verordnete die Arteriotomie an den SchlĂ€fenarterien bei chronischem Kopfschmerz. Er beschrieb das Vorgehen genau, hinterlieĂ im Gegensatz zu spĂ€teren Autoren jedoch keinen nach Lassstellen geordnetencite-ref-29[29] Phlebotomie-Traktat. FĂŒr den Fall, dass die Blutung nach dem Eingriff nicht durch einfache Kompression des BlutgefĂ€Ăes zu stillen war, empfahl er die Exzision eines Teils der Arterie mit anschlieĂender doppelter Ligatur der verbliebenen GefĂ€Ăenden.cite-ref-30[30]cite-ref-31[31]
Antike
âą Ăgypten. Auf Grund der zur VerfĂŒgung stehenden Quellen scheint es, dass der Aderlass im alten Ăgypten weder im Rahmen der ursprĂŒnglich magischen Medizin noch von den diese ablösenden Priestern und Ărzten vorgenommen wurde. Ein Aderlass beim Menschen wird weder im Papyrus Ebers noch im Papyrus Smith noch in den Medizinischen Papyri aus Lahun erwĂ€hnt.cite-ref-32[32]
âą Corpus Hippocraticum (6. Jh. v. Chr. â 2. Jh. n. Chr.). In der Schrift Ăber die DiĂ€t bei akuten Krankheiten im Corpus Hippocraticum wird der âderivativâ auszufĂŒhrende Aderlass an mehreren Stellen erwĂ€hnt und bei verschiedenen Krankheiten empfohlen, das heiĂt, es sollte in der NĂ€he der erkrankten Region durch Aderlass eine groĂe Blutmenge entzogen werden. Im Corpus Hippocraticum wurde lediglich in der Schrift Ăber die Natur des Menschen ein ârevulsivâ wirkendes Verfahren angegeben. Diese Abhandlung wurde Polybos (um 400 v. Chr.), dem Schwiegersohn des Hippokrates, zugeschrieben und enthĂ€lt im Kapitel 11 mit der Beschreibung der GefĂ€ĂverlĂ€ufe eine der Ă€ltesten zusammenhĂ€ngenden Schilderungen der BlutgefĂ€Ăecite-ref-34[34] des Menschen. Ein nach Lassstellen geordneter AderlaĂ-Traktat, wie er im Mittelalter ĂŒblich wurde, findet sich jedoch nicht. Vielmehr handelt es sich bei den entsprechenden Passagen um Einzelanweisungen im Rahmen der Nosologie.cite-ref-35[35] Zur Behandlung von Schmerzen in der Lende und in den Hoden wurde darin der Aderlass in der Kniekehle und unter den Innenknöcheln empfohlen.cite-ref-36[36]cite-ref-37[37]
âą Alexandrinische Schule. Erasistratos (um 305 v. Chr. bis um 250 v. Chr.) war zusammen mit Herophilos (4. bis 3. Jahrhundert v. Chr.) Hauptvertreter der Alexandrinischen Ărzteschule. Im Gegensatz zu Herophilos war er ein erklĂ€rter Aderlassgegner.cite-ref-38[38]cite-ref-39[39]
âą Ărzteschule der Empiriker (um 250 v. Chr. gegrĂŒndet). Die AnhĂ€nger der Ărzteschule der Empiriker standen dem Aderlass im Allgemeinen positiv gegenĂŒber. Sie schrĂ€nkten ihn aber ein und verwendeten stattdessen mehr Klistiere und AbfĂŒhrmittel. Diokles von Karystos (um 300 v. Chr.) gehörte zur Schule der Empiriker und er empfahl den âderivativâ auszufĂŒhrenden Aderlass vor allem bei Pleuritis und bei Pneumonie. Auch Herakleides von Tarent (um 75 v. Chr.) und Menodotos von Nikomedeia (um 100 v. Chr.) gehörten der Schule der Empiriker an und sie standen dem Aderlass im Allgemeinen positiv gegenĂŒber. Gegner des Aderlasses und Empiriker war Chrysippos von Knidos (um 365 v. Chr.). Er empfahl stattdessen UmschlĂ€ge und Bandagen.
âą Ărzteschule der Methodiker (1. Jh. v. Chr.). Die AnhĂ€nger der Ărzteschule der Methodiker praktizierten den Aderlass ârevulsivâ in Bezug auf die örtliche Wahl der Aderlass-Stelle, âderivativâ in Bezug auf die gelassenen Blutmengen. So wĂ€hlte Themison von Laodikeia (2. bis 1. Jahrhundert v. Chr.), ein SchĂŒler des Asklepiades von Bithynien, fĂŒr den Eingriff zwar vom Krankheitsort weit entfernte Orte (âRevulsionâ), entzog andererseits aber groĂe Blutmengen bis zum Eintreten der Ohnmacht (âDerivationâ). Soranos von Ephesos (1. Jahrhundert v. Chr.) war der einzige Methodiker, der eine gewisse ZurĂŒckhaltung bei der Aderlass-Anwendung zeigte.
âą Celsus (um 25 v. Chr. â um 50 n. Chr.). In der Tradition der alexandrinischen Ărzteschule verfasste Celsus seine EnzyklopĂ€die De medicina, in deren Buch II er dem Aderlass ein besonderes Kapitel widmete. Dabei grenzte er sich von der ĂŒberbordenden Aderlass-Praxis der Methodiker ab. Bei der Festlegung der Aderlass-Indikationen forderte er eine flexible Beurteilung nach dem Alter und nach dem KrĂ€ftezustand der erkrankten Person. Wenn danach ein ĂbermaĂ an SĂ€ften vorhanden sei, mit rotem Körper und prall gefĂŒllten Adern, oder wenn die SĂ€fte selbst verdorben seien, so wĂŒrden heftiges Fieber, Krankheiten der Eingeweide, LĂ€hmungen, Starrkrampf, klonische KrĂ€mpfe, alle heftigen Atmungsbeschwerden, der plötzliche Verlust der Stimme und alle akuten Krankheiten die Blutentziehung fordern. FĂŒr den Fall, dass die Krankheit den Aderlass fordere, der allgemeine KrĂ€ftezustand dem aber entgegenstehe, wie zum Beispiel bei einem akuten Schlaganfall und vermindertem KrĂ€ftezustand, sei es die Pflicht des guten Arztes, die mit dem Eingriff verbundene Gefahr offenzulegen, aber auch mitzuteilen, dass ohne Aderlass keine Hoffnung vorhanden sei. âDann sei es besser, ein zweifelhaftes Mittel anzuwenden, als gar keinesâ (âSatius est enim anceps auxilium experiri quam nullamâ). In der Regel sollte der Aderlass auf zwei Tage verteilt werden. Bei allgemeinen Krankheiten lasse man am Arm zur Ader, bei Lokalleiden am leidenden Teil. Celsus warnte vor der Gefahr einer Verletzung der Arterien und der âNervenâ (lateinisch nervi: Nerven, auch Sehnen) beim Aderlass. Er gab auch Hinweise zur Beurteilung des gelassenen Blutes und zur Versorgung der durch den Aderlass entstandenen Wunde.cite-ref-40[40]cite-ref-41[41]cite-ref-42[42]
âą Galen (2. Jh. n. Chr.) gilt als der BegrĂŒnder der Lehre von der FĂŒlle (plenitudo), auf der er ein ganzes medizinisches System aufbaute, das die âausleerende Therapieâ und darunter auch den Aderlass zur wichtigsten Heilmethode werden lieĂ. Klar wurden jedoch auch die Richtlinien fĂŒr diesen Eingriff angegeben: Sie wurden bestimmt vom Charakter der Krankheit, dem KrĂ€ftezustand und dem Alter des Patienten ebenso wie von einer eventuellen Schwangerschaft. Der Eingriff durfte bei Kleinkindern sowie bei alten und schwĂ€chlichen Patienten nicht vorgenommen werden. Ungleich den meisten Vertretern der âHippokratischen Schuleâ verschrieb Galen den Eingriff in der Regel ârevulsivâ an einer vom Herd des Ăbels weit entfernten Stelle. Bei Pleuritis und Pneumonie habe der Eingriff keinen oder doch nur einen geringen Nutzen, wenn er âderivativâ am Arm der kranken KörperhĂ€lfte ausgefĂŒhrt werde.cite-ref-43[43]cite-ref-44[44]
Mittelalter
Arabisches Mittelalter
âą Rhazes (865â925). Zu prophylaktischen Zwecken verordnete Rhazes den Eingriff z. B. zur Zeit der ersten Reife des Organismus, da er der Auffassung war, dass diese Zeit eine Reinigung des Blutes erfordere. Bei Windpocken und Krankheiten des Schlundes, bei denen Erstickungsgefahr besteht, hielt er es fĂŒr angezeigt, den Aderlass an der Cephalica vorzunehmen.cite-ref-46[46]
âą Avenzoar (1091â1161). Avenzoar empfahl eine ârevulsiveâ Technik, indem er den Aderlass bei Pleuritis an einem dem Krankheitsherd entgegengesetzten Ort vorschrieb. Er griff jene Ărzte heftig an, die nicht so vorgingen, und behauptete, dass am Krankheitsherd ausgefĂŒhrte AderlĂ€sse den Tod des Patienten zur Folge haben könnten.cite-ref-47[47]
Die AusfĂŒhrungen ĂŒber den Aderlass im Chirurgie-Teil der Schrift at-Tasrif des Abulcasis und im ersten Buch des Kanon der Medizin Avicennas haben die europĂ€ische Aderlass-Praxis bis ins 16. Jahrhundert, teilweise bis ins 19. Jahrhundert, geprĂ€gt. Abulcasis hat auch diverse zum Eingriff benötigte GerĂ€te, so die Lasseisen (deutsch âflieteâ aus griechisch-lateinisch âphlebotomâ), bereits beschrieben.
Lateinisches Mittelalter
Im FrĂŒhmittelalter und im Hochmittelalter praktizierten Mönche den Aderlass zunĂ€chst im Rahmen der Klostermedizin. Nachdem jedoch der 18. Canon der BeschlĂŒsse des vierten Laterankonzils aus dem Jahre 1215 festgelegt hatte, dass âkein Subdiakon, Diakon oder Priester den Teil der Chirurgie ausĂŒben dĂŒrfe, der Kauterisation und Schneiden umfasstâ, wurde der Aderlass an die auĂerhalb der Klöster lebenden Barbiere und WundĂ€rzte delegiert. Im SpĂ€tmittelalter boten dann auch Klöster wieder den Aderlass an.cite-ref-50[50]cite-ref-51[51]
âą Heinrich von Mondeville (1260â1320). In der Einleitung des Aderlasskapitels seines Chirurgiebuches schrieb Heinrich von Mondeville:
âDa sie ihn fĂŒr unter ihrer WĂŒrde hielten, haben die Ărzte den Aderlass seit langer Zeit den Chirurgen ĂŒberlassen. SpĂ€ter haben die Chirurgen diese Operation aus folgenden GrĂŒnden den Barbieren ĂŒberlassen: 1. weil sie wenig einbringt, 2. weil sie eine unwichtige und leicht auszufĂŒhrende Operation ist.â
In der Praxis sei es so, dass die Reichen, die Adeligen und die Kirchenleute den Aderlass nach dem Rat eines Arztes vom Barbier ausfĂŒhren lieĂen, das gemeine Volk dafĂŒr aber direkt zum Barbier gehe.cite-ref-52[52]
âą Guy de Chauliac (um 1298â1368). Im 7. Traktat, 2. Doktrin, 1. Kapitel seiner GroĂen Chirurgie schrieb Guy de Chauliac ĂŒber Aderlass, Schröpfen und Blutegelbehandlung. Er zitierte Hippokrates, Erasistratos, Galen, Rhases, Abulcasis, Avicenna ⊠Den Aderlass nannte er das nobelste Heilmittel. Bei Bedarf könne er jederzeit abgebrochen werden, wĂ€hrend ein eingenommenes Medikament nicht mehr aus den GedĂ€rmen zu entfernen sei. Mit Bezug auf seine GewĂ€hrsleute gab er einen Ăberblick der Indikationen, der Technik und der VorsichtsmaĂnahmen des Eingriffs. Die einzelnen Aderlassstellen wurden nur beilĂ€ufig erwĂ€hnt. Er unterschied zwischen ârevulsivemâ Aderlass und âderivativemâ Aderlass und ordnete jedem dieser Verfahren spezifische Indikationen zu. Die Astrologie wurde von ihm zur Bestimmung der Aderlass-Zeit herangezogen und auch die verbotenen (Ă€gyptischen) Tage wurden von ihm benannt. Den Schluss der Abhandlung ĂŒber den Aderlass bildete eine Beurteilung des Aussehens des gelassenen Blutes.cite-ref-53[53]
âą Johannes de Rupescissa (um 1310 â nach 1365). Der apokalyptische VisionĂ€r Johannes de Rupescissa beschrieb in seinem Buch De consideratione quintae essentiae die Darstellung von Quintessenzen nach alchemistischen Arbeitsmethoden. Diese Quintessenzen sollten das Christenvolk in der Abwehr gegen die nach seiner Ansicht bald drohende Herrschaft des Antichristen stĂ€rken. Eine dieser Quintessenzen sollte aus Menschenblut hergestellt werden. Dazu war das beim Aderlass gewonnene Blut eines jungen, gesunden mĂ€nnlichen Sanguinikers nach Abscheiden des Serumanteils mit Salz zu vermengen. Dieses Gemisch wurde in einem verschlossenen GlasgefÀà in warmen Pferdemist eingegraben, und, nachdem es sich dort verflĂŒssigt hatte, mit einem Alembik mehrmals destilliert.
Im 15. Jahrhundert war die Consideratio quintae essentiae des Johannes de Rupescissa im sĂŒdwestdeutschen Raum landessprachig als BĆŻch von dem fĂŒnfften wesen weit verbreitet. Auch Hieronymus Brunschwig benutzte sie als Quelle fĂŒr sein Kleines Destillierbuch. Darin empfahl er ein aus Menschenblut destilliertes Wasser zur Ă€uĂerlichen Anwendung bei LĂ€hmung, als Haarwuchsmittel und zur Behandlung von âFistelnâ, sowie zur inneren Anwendung bei âSchwindsuchtâ. In den 1520er Jahren wurden Teile von Brunschwigs DestillierbĂŒchern durch den aus NĂŒrnberg stammenden Philipp Ulstad in lateinischer Ăbersetzung als Coelum philosophorum herausgegeben, insbesondere die Abschnitte, fĂŒr die Brunschwig Johannes de Rupescissa als Quelle benutzt hatte. Als Indikation fĂŒr ein aus Menschenblut gewonnenes Destillat gab Ulstad âquocunque morbus â siechtag der sei wie er willâ an.cite-ref-54[54]cite-ref-55[55]cite-ref-56[56]cite-ref-57[57]cite-ref-58[58]cite-ref-59[59]
Aderlass-Texte und Aderlass-Abbildungen
Vom Mittelalter bis in die frĂŒhe Neuzeit wurden zahlreiche Aderlasskalendercite-ref-70[70] und Aderlasstraktate verfasst. So etwa 1520 von Alexander Seitz,cite-ref-71[71] 1524 von Peter Apiancite-ref-72[72] und Anfang des 16. Jahrhunderts der Trierer Aderlasskalender. Als fĂŒr die praktische AusfĂŒhrung bezĂŒglich etwa der Schnitttechnik, der Lassstellen (bis zu 25 Aderlass-Stellen waren gelĂ€ufigcite-ref-73[73]) und der Indikationen beim Aderlass wichtige Schrift im Mittelalters gilt die (pseudo-hippokratische) Phlebotomia Hippocratis, ein als QuĂ€stionentext vorliegender Aderlass-Traktat, der sich bis ins 8. Jahrhundert zurĂŒckverfolgen lĂ€sst, von Maurus von Salerno bearbeitet wurde, bearbeitet ins Deutsche ĂŒbersetzt wurde und Einfluss auf weitere mittelalterliche Aderlasstexte nahm.cite-ref-74[74]cite-ref-75[75] Der zu Beginn des 12. Jahrhunderts in einer rheinfrĂ€nkischen Handschrift erstmals belegte und vielleicht eher entstandene lateinische Kurztraktat Laus phlebotomiae (Lob des Aderlasses), unter anderem auch als De minutionis utilitate (wörtlich: Ăber den Nutzen des Lassenscite-ref-76[76]) ĂŒberliefert, findet sich im Anhang zur Phlebotomia Hippocratis und hatte ebenfalls groĂen Einfluss auf die spĂ€tmittelalterliche Medizinliteratur.cite-ref-77[77]cite-ref-78[78]
âą âVierundzwanzig-Paragraphen-Textâ. Im 13. oder frĂŒhen 14. Jahrhundert wurde ein Traktat verfasst, der vorwiegend aus dem Canon Avicennas schöpfte und in dem die Lokalisationen von circa 24 Aderlass-Stellen und ihre Indikationen aufgezĂ€hlt wurden. Praxisgerecht waren sie in der Reihenfolge âvon Kopf bis FuĂâ aufbereitet. Bis ins 16. Jahrhundert wurde dieser âVierundzwanzig-Paragraphen-Textâ zusammen mit Abbildungen der Aderlass-Stellen in Manuskripten und Drucken verwendet.cite-ref-79[79]cite-ref-80[80]cite-ref-81[81]cite-ref-82[82]
âą Jakob Engelin (um 1360 â vor 1427), der bis 1406 als Leibarzt von Leopold von Ăsterreich belegt ist, wird ein Aderlass-Traktat zugeschrieben, der in zahlreichen Manuskripten des 15. Jahrhunderts enthalten ist.cite-ref-83[83]cite-ref-84[84]
âą In einem zwischen 1450 und 1470 in SĂŒddeutschland abgefassten Manuskript (Cpg 644) wird ein Aderlasstext erstmals greifbar, der den Grundstock des Aderlassteils im Fasciculus Medicinae von 1491 bildete. 1517 ĂŒbersetzte Hans von Gersdorff wesentliche Anteile dieses Traktats ins Deutsche.cite-ref-85[85]
FĂŒr den praktisch tĂ€tigen Arzt des (SpĂ€t-)Mittelalters gab es sogenannte Lasszettel und AderlassbĂŒchlein, in welchen â meist im âTaschenformatâ wie das um 1480 verfasste Haager AderlaĂbĂŒchleincite-ref-86[86] im Quartformatcite-ref-87[87] â die wichtigsten Aderlassvorschriften (Lassregeln) verzeichnet waren.cite-ref-88[88]cite-ref-89[89]
Zur Behandlung zum Beispiel der Pest wurden AderlĂ€ssecite-ref-90[90] auch in Eigentherapie, also ohne Arzt, durchgefĂŒhrt. So wurden um 1400 von bairisch-österreichischen und schwĂ€bischen LaienĂ€rzten sogenannte PestlassmĂ€nnleincite-ref-91[91] publiziert. Die entsprechenden Lassstellen wurden mittels gezeichneter Ganzkörperfiguren (âAderlassmannâ, auch âLaĂmĂ€nnchenâ) erklĂ€rt.cite-ref-92[92]cite-ref-93[93]
In den AderlassbĂŒchlein wurden oft Anweisungen sowohl zum Aderlass als auch zur Blutschau beschrieben. Ein vor 1480 verfasstes sogenanntes Bairische AderlaĂbĂŒchlein (ĂŒberliefert im Heidelberger cpg 558)cite-ref-94[94] enthĂ€lt wie auch das etwa zur gleichen Zeit (im zweiten Drittel des 15. Jahrhunderts)cite-ref-95[95] entstandene rheinfrĂ€nkische Genter AderlaĂbĂŒchleincite-ref-96[96] unter anderem Exzerpte aus Ortolf von Baierlandcite-ref-97[97]cite-ref-98[98] und diente als kompiliertes Nachschlagewerk der schnellen Information des zur Ader lassenden Arztes. Im um 1520 (zwischen 1516 und 1531)cite-ref-99[99] in SĂŒdböhmen aus spĂ€tmittelalterlichen Quellen zusammengestellten Asanger AderlaĂbĂŒchleincite-ref-100[100]cite-ref-101[101] sahen die Verfasser (wohl zwei WundĂ€rzte) den Aderlass als âwichtigste Methode heilkundlichen Handelnsâ an.cite-ref-102[102]cite-ref-103[103]cite-ref-104[104]cite-ref-105[105]
Diagnostischer Aderlass â Aderlass-Risiken
Neben dem therapeutischen Aderlass existierte bereits im Mittelalter ein damit oft verbundenercite-ref-106[106] diagnostischer Aderlass zum Zweck der Blutuntersuchung, der Blutschau (HĂ€matoskopie), die vor allem von Maurus von Salerno, beruhend auf der ins 8. Jahrhundert zurĂŒckreichenden pseudohippokratischen Phlebotomia Hippocratis, geprĂ€gt war und in Lehrwerken von Bernhard von Gordon, Heinrich von Mondeville und Ortolf von Baierland verbreitet wurde. Zur Blutschau wurde das in einem sogenannten âLassbecherâ (mittelhochdeutsch lÄzbecher) aufgefangene Blut vom Arzt inspiziert und daraus fĂŒr den Patienten die Krankheit bestimmt.cite-ref-107[107]cite-ref-108[108] Entwickelt hatte sich die Blutschau gemÀà Friedrich Lenhardt âaus den Anweisungen zur Bemessung der Menge des AderlaĂblutes [âŠ], als deren Kriterien u. a. Konsistenz und Farbe des frischen AderlaĂbluts genannt werdenâ.cite-ref-109[109]cite-ref-110[110]
Möglicher Risiken eines Aderlasses war man sich auch schon im Mittelalter bewusst und hatte auch ein Repertoire zur Behandlung unerwĂŒnschter Nebenwirkungen.cite-ref-111[111] Die Möglichkeit eines Bewusstseinsverlustes beim Aderlass nutzte und empfahl der Chirurg Wardrop 1823,cite-ref-112[112] der bei einer Patientin, der er einen Tumor an der Stirn entfernen wollte, etwa einen Liter Blut entzogen hatte.cite-ref-113[113]
Neuzeit
Pierre Brissot â Andreas Vesalius â Leonhart Fuchs â Lorenz Fries â Santorio Santorio
Paracelsus â Leonardo Botallo â Johan Baptista van Helmont
William Harvey â Marcello Mapighi â Jean Riolan
Charles Bouvard â MoliĂšre
Thomas Sydenham â Bernardino Ramazzini
Lorenzo Bellini â Jean-Baptiste Silva â Jean Claude Adrien HelvĂ©tius â Julien Offray de La Mettrie
Georg Erhard Hamberger â François Quesnay â Jean-Baptiste SĂ©nac â Anton de Heyde â Albrecht von Haller
Friedrich Hoffmann â Georg Ernst Stahl
ThĂ©ophile de Bordeu â Paul Joseph Barthez â Johann Christian Reil
Philippe Pinel â François Simonnet de Coulmier â Joseph Gastaldy
Herman Boerhaave â Gerard van Swieten
William Cullen â John Brown â Giovanni Rasori
Johann Gottlieb Wolstein â Christoph Wilhelm Hufeland â Samuel Hahnemann â Johann Gottfried Rademacher
Jean-Nicolas Corvisart â RenĂ© Laennec â François Broussais â Jean-Baptiste Bouillaud
Pierre Charles Alexandre Louis â Marshall Hall â Joseph Dietl
Noch 1934 empfahl zum Beispiel Leopold Lichtwitz ausdrĂŒcklich den Aderlass mit ausfĂŒhrlicher BegrĂŒndung zur Behandlung des eklamptischen Anfalls bei der UrĂ€mie.cite-ref-188[188] Hans Julius Wolf riet von 1942 noch bis 1960 in seinem Lehrbuch wiederholt und eindringlich zum Aderlass (â500 bis 1000 cmÂłâ) zur Behandlung der Anurie und der Herzinsuffizienz (Asthma cardiale), mit der MaĂgabe, âer soll aber nicht zu oft wiederholt werden.âcite-ref-189[189]cite-ref-190[190] Auch Tinsley Randolph Harrison empfahl 1958 in seinem Standardwerk die Venae sectio mit Aderlass beim Lungenödem und beim Cor pulmonale.cite-ref-191[191]
Die Therapie der Anurie bei der Nephritis sei âdurch einen reichlichen AderlaĂ (bei krĂ€ftigen Personen mindestens 500 cmÂł) zu unterstĂŒtzen.âcite-ref-192[192] Zur Behandlung der Herzinsuffizienz wurde 1940 der Aderlass angeraten, um die ViskositĂ€t des Blutes zu verkleinern und um den Blutdruck zu senken.cite-ref-193[193] Bei der arteriellen Hypertonie mit Oligurie oder Anurie âist nur eine Behandlung ohne jede EinschrĂ€nkung angezeigt: Der AderlaĂ. Man muĂ krĂ€ftig zur Ader lassen.âcite-ref-194[194] Beim kardialen Lungenödem wurde frĂŒher der blutige Aderlass mit 300 bis 500 ml durchgefĂŒhrt, besonders wenn zusĂ€tzlich eine Polyglobulie bestand.cite-ref-195[195]
âBlutentziehungen durch AderlaĂ, die frĂŒher in der Behandlung zahlreicher Erkrankungen eine wichtige Rolle spielten, waren eine Zeitlang nahezu ganz verlassen worden. Neuerdings wendet man sie wieder hĂ€ufig, manchmal mit ĂŒberraschend gutem Erfolge, an.âcite-ref-196[196]
RĂŒckblick und Ausblick
1688 wurde das kritische Buch Grausame Medicinische Mord-Mittel: Aderlasse, Schröpffen, Purgiren, Clistiren, Juleppen und Ohnmacht-machende HertzstĂ€rckungen, Wodurch Unbedachtsame GeneĂ- und Heilmeister (nicht rechtschaffene Practici) so viel tausend unschuldige Menschen jĂ€mmerlich vom Leben zum Tode helffencite-ref-198[198] publiziert.
Mit dem Aderlass verbundene therapeutische Konzepte zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben bis ins 21. Jahrhundert ĂŒberlebt. Die im 18. Jahrhundert durch Albertini, Valsalva und Corvisart eingefĂŒhrte Aderlassbehandlung der beginnenden Herzinsuffizienz (der âaktiven Aneurismen des Herzensâ) ist heute durch die Verordnung von Thiaziddiuretika ersetzt, wodurch an das hydraulikbasierte Therapiekonzept des 18. Jahrhunderts angeknĂŒpft wird: Durch Verminderung des Blutvolumens (und durch Senkung des Blutdrucks) soll u. a. die Ausbildung einer Herzinsuffizienz verhindert werden.cite-ref-199[199]
Aderlass und Akupunktur
Siehe auch
:
Geschichte der Akupunktur
China
In der traditionellen chinesischen Medizin wird therapeutische Blutentnahme als âTrakt-Stechenâ (luĂČcĂŹ 甥ćș) im Rahmen der Akupunktur eingesetzt. Dabei wird nach dem Grundprinzip der âRevulsionâ behandelt, das heiĂt, die therapeutische Einwirkung findet weit entfernt vom Krankheitsort statt und das âverdorbene Blutâ (yĆ«xuĂš çèĄ) wird nur tropfenweise aus den Kapillaren entfernt. Zwei Beispiele:
1. Bei der Behandlung von Lendenschmerzen werden oberflÀchliche Venen in der Kniekehle zur Entnahme von geringen Blutmengen eröffnet.
Die Quellen legen die Vermutung nahe, dass das âTrakt-Stechen zur Blutentnahmeâ Ă€lter als die Therapieform ist, welche wir heute Akupunktur nennen.
Europa 17. bis 19. Jahrhundert
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Akupunktur in Europa besonders durch zwei Ărzte der NiederlĂ€ndischen Ostindien-Kompanie bekannt gemacht: Willem ten Rhijne und Engelbert Kaempfer. Es lag nahe, dass sie dieses fĂŒr sie neue Therapieverfahren mit dem ihnen aus Europa vertrauten Aderlass verglichen. Die als Leitbahnen (jÄ«ngluĂČ) bezeichneten Verbindungslinien der Akupunkturpunkte verglichen sie mit den ihnen bekannten BlutgefĂ€Ăen. Bei der Beurteilung des Wirkungsmechanismus der Akupunktur schwankten sie zwischen âderivativerâ Wirkung (ten Rhijne) und ârevulsiverâ Wirkung (Kaempfer).
In die europĂ€ische Praxis wurde die Akupunktur erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch den französischen Arzt Louis Berlioz eingefĂŒhrt. Ăber seine seit 1810 mit diesem Therapiemittel gesammelten Erfahrungen berichtete er 1816 in einer Denkschrift ĂŒber chronische Krankheiten, den Aderlass und die Akupunktur.cite-ref-204[204] Ab 1819 â schwerpunktmĂ€Ăig um 1825 unter Jules Cloquet â ausklingend in den 1830er Jahren â wurde die Akupunktur in Frankreich zu einer hĂ€ufig angewendeten Therapieform. Gleichzeitig wurden der Aderlass und die Behandlung mit Blutegeln durch François Broussais und seine SchĂŒler exzessiv betrieben.
In der Regel wurde die Akupunktur in dieser frĂŒhen europĂ€ischen Praxis als âderivativâ wirkendes Verfahren verstanden, d. h., es wurden Punkte in der NĂ€he des Krankheitssitzes mit groĂer Stichtiefe und langer Verweildauer der Nadeln behandelt. Einzig der Pariser Augenarzt Antoine Pierre Demours verwendete ein ârevulsivâ wirkendes Verfahren, das er von der europĂ€ischen Behandlung von Augenerkrankungen durch das Haarseil ableitete.cite-ref-205[205]
Aderlass in Japan
Stimuliert durch den von Ărzten der NiederlĂ€ndischen Ostindien-Kompanie vorgestellten und an EuropĂ€ern in Japan praktizierten Aderlass, griffen Ărzte der im 18. Jahrhundert aufgekommenen âSchule der alten Praxisâ (ko-ihĆha) das bereits in den klassischen chinesischen Schriften beschriebene âTrakt-Stechenâ (shiraku, ćș甥) erneut auf. Eigentlich wurden dabei an KapillargefĂ€Ăen und einigen Stellen an den Finger- und FuĂnĂ€geln wenige Tropfen âverdorbenen Blutesâ (oketsu, çèĄ) entnommen. Nunmehr aber nahmen Pioniere wie der Hofarzt des Tenno, Ogino Gengai, in FĂ€llen, in denen sofortige MaĂnahmen zur Rettung des Patienten nötig waren, Mengen von einer Teeschale ab. Ogino, der kein AnhĂ€nger der âHolland-Studienâ (Rangaku) war, schrieb hierzu ein einflussreiches âBuch ĂŒber das Traktstechenâ (Shiraku-hen, 1771), in dem er westliche Techniken und traditionelle Krankheitskonzepte kombiniert.cite-ref-206[206] Seit 1994 widmet sich eine wissenschaftliche Gesellschaft (Nihon Shiraku Gakkai, Japan Association for Shiraku Acupuncture) der Modernisierung und Verbreitung dieses Ansatzes.cite-ref-207[207]
Aderlass in der ayurvedischen Medizin
Die ayurvedische Medizin kannte den Aderlass ebenfalls, wie in der Sushruta-SamhitĂą (Buch III, Kapitel 8) dargestellt ist.cite-ref-208[208] So wurden AderlĂ€sse beispielsweise bei der Behandlung von âBlut-entstandenenâ GeschwĂŒren eingesetzt.cite-ref-209[209]cite-ref-210[210]
Unfreiwilliger Aderlass
Aulus Gellius berichtete in seinen Noctes Atticae, dass der Aderlass eine der schmachvollsten Strafen bedeutete, zu der die römischen Soldaten verurteilt werden konnten.cite-ref-211[211] Auch noch im Tristan des Gottfried von StraĂburg wird ein unfreiwilliger Aderlass erwĂ€hnt.cite-ref-212[212]
Der französische Volksmund bezeichnete die Angewohnheit französischer Monarchen, zur Schuldentilgung einheimische GlÀubiger hinzurichten, in der Umgangssprache als Aderlass.cite-ref-213[213]
Siehe auch
âą Unblutiger Aderlass als medizinische MaĂnahme bei Lungenödem aufgrund akuter Linksherzinsuffizienz
⹠Schröpfen
âą Blutentnahme
âą Venenstauer
âą Homo signorum
Literatur
âą Antoine Louis, Louis de Jaucourt: SaignĂ©e. In: Denis Diderot: EncyclopĂ©die, ou Dictionnaire raisonnĂ© des sciences, des arts et des mĂ©tiers. Band 14, 1751, S. 501â516 (Digitalisat).
âą Franz Xaver Mezler: Versuch einer Geschichte des Aderlasses. Wohler, Ulm 1793 (Digitalisat).
âą Josef Bauer: Geschichte der AderlĂ€sse. 2. Auflage. E. H. Gummi, MĂŒnchen 1870 (Digitalisat); um einen Namensweiser erweiterter Neudruck ebenda 1966.
âą Karl Sudhoff: LaĂtafelkunst in Drucken des 15. Jahrhunderts. In: Archiv fĂŒr Geschichte der Medizin I, 1907, S. 219â288; Textarchiv â Internet Archive.
âą Karl Sudhoff: BeitrĂ€ge zur Geschichte der Chirurgie im Mittelalter, graphische und textliche Untersuchungen in mittelalterlichen Handschriften. J. A. Barth, Leipzig 1914â1918. Band 1 (1914) (Digitalisat). Darin S. 144â197: Merkbilder und Merkbildtexte fĂŒr die AderlaĂstellenwahl bei den Erkrankungen der einzelnen Körperorgane (Digitalisat); S. 198â219: Lehr- und Merkfiguren zur Veranschaulichung des Einflusses der Tierkreisgestirne auf den Menschenkörper (Digitalisat).
âą Arturo Castiglioni: Der AderlaĂ. In: Ciba-Zeitschrift. Band 66, Nr. 6, Wehr / Baden 1954, S. 2186â2216.
âą Peter Eichenberger: Johann Jakob Wepfer und seine Einstellung zum Aderlasse. Ein Briefentwurf an Georg Frank von Frankenau. In: Gesnerus, Band 24 (1967) S. 108â134 (Digitalisat).
âą Erwin Heinz Ackerknecht: Therapie. Von den Primitiven bis zum 20. Jahrhundert. Enke-Verlag, Stuttgart 1970, ISBN 3-432-01621-2.
âą Hans Habernickel: Der AderlaĂabschnitt des Codex Palatinus Germanicus 558. Quellenkritische und sprachliche Untersuchungen zu einem bairischen âAderlaĂbĂŒchleinâ des SpĂ€tmittelalters. Philosophische Dissertation Nijmwegen 1977.
âą Gundolf Keil: AderlaĂ. In: Lexikon des Mittelalters. Band 1, 1977, Sp. 150â151.
âą Friedrich Lenhardt: Utilitas Phlebotomiae: Zu einer Quelle des Kranewitber-Traktats. In: WĂŒrzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 1, 1983, S. 37â52.
âą Ortrun Riha: Der AderlaĂ in der mittelalterlichen Medizin. In: Medizin in Gesellschaft und Geschichte, Nummer 8, 1989 (veröffentlicht 1991), S. 93â118.
âą Konrad Goehl, Johannes Gottfried Mayer, Gundolf Keil: Der AderlaĂmann aus Michelstadt â Ein Plakat aus dem Mittelalter. In: Wolfgang Schmitz (Hrsg.): Bewahren und Erforschen. BeitrĂ€ge aus der Nicolaus-Matz-Bibliothek (Kirchenbibliothek Michelstadt, Festgabe fĂŒr Kurt Hans Staub zum 70. Geburtstag). Michelstadt 2003, S. 56â74.
âą Gundolf Keil: Phlebotomie (AderlaĂ). In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1155.
âą Friedrich Lenhardt, Gundolf Keil: Lob des Aderlasses. Laus phlebotomiae, Utilitas phlebotomiae und De minutionis utilitate. In: Verfasserlexikon. Band 5. 2. Auflage. 2010, Spalte 862â865.
âą Holger Schmid-Schönbein: Hilfe durch modernen AderlaĂ. In: Bild der Wissenschaft, Nummer 2, 1982, S. 40â51.
âą AderlaĂ. In: Meyers GroĂes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 1: AâAstigmatismus. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1905, S. 107â108 (Digitalisat. zeno.org).
Weblinks
Commons
: Aderlass
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Aderlass
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Aderlass in der mittelalterlichen Medizin. zum.de
âą Aderlass-Lanzette: 3D-Modell. In: Kulturportal bavarikon.
Einzelnachweise
cite-note-11. Luttrell-Psalter, London, Brit. Mus., Add. Ms. 42130, fol. 61r (Digitalisat).
cite-note-22. MĂŒnchen, Cgm 340, Bayern um 1457, Blatt 129r
cite-note-33. â Rudolf SchĂŒtzeichel: Althochdeutsches Wörterbuch. 5. Auflage, Max Niemeyer Verlag, TĂŒbingen 1995, ISBN 3-484-10636-0, S. 191.
cite-note-44. â Matthias Lexer Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. 38. Auflage. Salomon Hirzel Verlag, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1992, ISBN 978-3-7776-0493-0, S. 2.
cite-note-55. â Gundolf Keil: Phlebotomie (AderlaĂ). In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1155.
cite-note-66. â Kurt Engert: Geschichte des Aderlasses bei den Haustieren bis zur GrĂŒndung wissenschaftlicher PflegstĂ€tten der Tierheilkunde. Dresden 1912. Siehe auch Blut (Lebensmittel).
cite-note-77. â Robert JĂŒtte: Geschichte der Alternativen Medizin. Von der Volksmedizin zu den unkonventionellen Therapien von heute. Beck, MĂŒnchen 1996, ISBN 3-406-40495-2, S. 12, 21, 28 und 108.
cite-note-88. â Polycythaemia Vera (PV). Leitlinie. (PDF) Deutsche Gesellschaft fĂŒr HĂ€matologie und Medizinische Onkologie, S. 10.
cite-note-99. â HĂ€mochromatose-Therapie. (Memento vom 18. Mai 2015 im Internet Archive) UniversitĂ€tsklinikum Ulm.
cite-note-1010. â Aderlass. (Memento des Originals vom 18. Mai 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kliniken-essen-mitte.de Kliniken Essen-Mitte.
cite-note-1111. â D. Köhler, D. Dellweg: Polyglobulie. In: Deutsche Medizinische Wochenschrift. 135(46), 2010, S. 2300â2303. doi:10.1055/s-0030-1267515.
cite-note-1212. â Wie kann die PCT behandelt werden? (Memento vom 18. Mai 2015 im Internet Archive) EuropĂ€ische Porphyrie-Initiative (EPI).
cite-note-1313. â Michalsen u. a.: Effects of phlebotomy-induced reduction of body iron stores on metabolic syndrome: results from a randomized clinical trial. In: BMC Medicine. 10.1186/1741-7015-10-54.
cite-note-1414. â Manco, Fernandez-Real: Back to past leeches: repeated phlebotomies and cardiovascular risk. In: BMC Medicine. doi:10.1186/1741-7015-10-53.
cite-note-1515. â Sundrela Kamhieh-Milz u. a.: Regular blood donation may help in the management of hypertension: an observational study on 292 blood donors. In: Transfusion, Band 56, Heft 3, MĂ€rz 2016, S. 637â644.
cite-note-1616. â Naturheilverfahren: Richtig glĂŒcklich und entspannt nach dem Aderlass. Welt Online, 14. Juli 2012.
cite-note-1717. â Tankred Koch: Medizingeschichtliche Aspekte des »Scheintods«. In Tankred Koch: Lebendig begraben. Geschichte und Geschichten vom Scheintod. Edition Leipzig, 1990, ISBN 3-361-00299-0; Neudruck (Lizenzausgabe mit dem Titel Scheintod. Lebendig begraben) Tosa Verlag, Wien 2002, S. 48â68, hier: S. 48â53.
cite-note-1818. â Lorenz Fries: Spiegel der Artzny. StraĂburg 1518, Blatt 21vâ22r (Digitalisat).
cite-note-1919. â Arnoldus âčde Villa Novaâș: Regimen sanitatis Salernitanum. Mit Kommentar des Pseudo-Arnaldus de Villanova und der Doctores Montispessulani regentes, 1480(?), [Lyon], [ca. 1486/87], Kapitel 92 (Digitalisat).
cite-note-203. Cgm 32, Kalender und Praktika, 14. Jahrhundert (Digitalisat).
cite-note-214. Kalender, iatromathematisches Hausbuch. Ulm 1498, Blatt 28v (Digitalisat).
cite-note-2222. â Karl Sudhoff: BeitrĂ€ge zur Geschichte der Chirurgie im Mittelalter, graphische und textliche Untersuchungen in mittelalterlichen Handschriften. J. A. Barth, Leipzig 1914â1918. Band 1 (1914) (Digitalisat). Darin S. 198â219: Lehr- und Merkfiguren zur Veranschaulichung des Einflusses der Tierkreisgestirne auf den Menschenkörper (Digitalisat).
cite-note-2323. â Die Schrift âDe adventu medici ad aegrotumâ nach dem Salernitaner Arzt Archimatheus. Herausgegeben, ĂŒbersetzt und eingeleitet von Hermann Grensemann. In: WĂŒrzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 14, 1996, S. 233â251; hier zitiert, S. 245.
cite-note-245. Recueil des planches du dictionnaire de Chirurgie [der âEncyclopĂ©die mĂ©thodiqueâ]. Panckoucke, Paris an VII (1798/99). (Digitalisat) Fig. 1â3: Aderlasslanzette (Italien und Frankreich); Fig. 4â8: Aderlassschnepper (Deutschland); Fig. 9â10: Aderlassschnepper mit mehreren Klingen zum blutigen Schröpfen; Fig. 11: Halsvenen-Kompresse (nach Chabert) zum AbdrĂŒcken der Drosselvene beim Aderlass; Fig. 12: GerĂ€t zum Anbringen des Haarseils (nach Jean-Louis Petit).
cite-note-256. Explication des planches. Im Anschluss an Band 2 Chirurgie der âEncyclopĂ©die mĂ©thodiqueâ (Digitalisat).
cite-note-2727. â Ludwig August Kraus: Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon. 3. Auflage. Verlag der Deuerlich- und Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1844, S. 782.
cite-note-2828. â Ludwig August Kraus: Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon. 3. Auflage. Verlag der Deuerlich- und Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen 1844, S. 127.
cite-note-2929. â Konrad Goehl, Johannes Gottfried Mayer: Variationen ĂŒber den Phlebotomie-Traktat âșVenarum minutioâč. Die Vorlage des sogenannten âș24-Paragraphen-Textesâč. In: Konrad Goehl. Johannes Gottfried Mayer (Hrsg.): Editionen und Studien zur lateinischen und deutschen Fachprosa des Mittelalters. Festgabe fĂŒr Gundolf Keil. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2000 (= Texte und Wissen. Band 3), ISBN 3-8260-1851-6, S. 45â65, hier: S. 48.
cite-note-3030. â Galen. Ausgabe Karl Gottlob KĂŒhn. Leipzig 1821, Band X, De methodo medendi 13, S. 940 (Digitalisat). Band XI, S. 312â315 (Digitalisat).
cite-note-3131. â Josef Bauer: Geschichte der AderlĂ€sse. E. H. Gummi, MĂŒnchen 1870, S. 76 (Digitalisat). Arturo Castiglioni: Der AderlaĂ. In: Ciba-Zeitschrift 66, Band 6, Wehr/Baden 1954, S. 2195.
cite-note-3232. â Arturo Castiglioni: Der AderlaĂ. In: Ciba-Zeitschrift 66, Band 6, Wehr/Baden 1954, S. 2187 91.
cite-note-3333. â Traktate Nedarim 54b, Schabat 129a, Kiduschin 82a.
cite-note-3434. â Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. AusgewĂ€hlte Texte aus den medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. Philipp Reclam jun., Leipzig 1979 (= Reclams Universal-Bibliothek. Band 771); 6. Auflage ebenda 1989, ISBN 3-379-00411-1, 188â189.
cite-note-3535. â Konrad Goehl, Johannes Gottfried Mayer: Variationen ĂŒber den Phlebotomie-Traktat âșVenarum minutioâč. Die Vorlage des sogenannten âș24-Paragraphen-Textesâč. In: Konrad Goehl. Johannes Gottfried Mayer (Hrsg.): Editionen und Studien zur lateinischen und deutschen Fachprosa des Mittelalters. Festgabe fĂŒr Gundolf Keil. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2000 (= Texte und Wissen. Band 3), ISBN 3-8260-1851-6, S. 45â65, hier: S. 48.
cite-note-3636. â Richard Kapferer: Die Werke des Hippokrates. Die hippokratische Schriftensammlung in neuer deutscher Ăbersetzung. Band 1â5. Hippokrates, Stuttgart/Leipzig 1934â1939, VII, 29â30 (Zitiert nach Castiglioni, 1954, S. 2191).
cite-note-3737. â Vgl. auch Gundolf Keil: Die âCirurgiaâ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 370 (zu Enckel: âlasse im vnter dem enckel des fĂŒĂesâ = âsub talo pedisâ).
cite-note-3838. â Karl Friedrich Heinrich Marx: Herophilus. Ein Beitrag zur Geschichte der Medizin. Karlsruhe 1838, S. 51â52 (Aderlass).
cite-note-3939. â Galeni de venae sectione adversus Erasistratum liber. In: Karl Gottlob KĂŒhn (Hrsg.): Claudii Galeni Opera Omnia. Leipzig 1821, Band XI, S. 147â186, hier: S. 163: (Digitalisat).
cite-note-4040. â Aulus Cornelius Celsus: Aur. Corn. Celsi de medicina libri octo; cum notis integris Joannis Caesarii, Roberti Constantini, Josephi Scaligeri, Isaaci Casauboni, Joannis Baptistae Morgagni. Ac locis Parallelis; Cura & Studio Th. J. ab Almeloveen, ⊠Accedunt J. Rhodii vita C. Celsi, Variae Lectiones ex tribus antiquis editionibus, itemque Loci aliquot Hippocratis Et Celsi Ab Henrico Stephano parallelĆs concinnati. Thurneisen, Basel 1748 (Digitalisat) Darin: Celsi Medicina. Buch II, Kapitel 10, S. 77â82: De sanguinis detractione per venas (Digitalisat).
cite-note-4141. â Eduard Scheller (Ăbers.): Aulus Cornelius Celsus. Ăber die Arzneiwissenschaft in acht BĂŒchern. Nach der Textausgabe von Charles Daremberg. 2. Auflage. Vieweg, Braunschweig 1906. Darin: Buch II, Kapitel 10, S. 81â86: Vom Aderlassen; Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-4242. â Iwan Bloch. In: Max Neuburger und Julius Pagel (Hrsg.): Handbuch der Geschichte der Medizin. (BegrĂŒndet von Theodor Puschmann). Fischer, Jena 1902, Band I, S. 422â423: Celsus ⊠Allgemeine Therapeutik, DiĂ€tetik und Hygiene. Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-4343. â Josef Bauer: Geschichte der AderlĂ€sse. E. H. Gummi, MĂŒnchen 1870, S. 68â76 (Digitalisat). Arturo Castiglioni: Der AderlaĂ. In: Ciba-Zeitschrift, 66, Band 6, Wehr / Baden 1954, S. 2195.
cite-note-4444. â Claudij Galeni Pergameni Medici Praestantissimi. De curatione per sanguis missionem, libellus. Johann und Franciscus Frellonius, Lyon 1546 (Digitalisat). â Claudij Galeni Pergameni, Medicorum facile Principis, aliquot opera. Birckmann & DuPuis, Paris 1550 ; darin: S. 254vâ290r: Claudii Galeni Pergameni, de Ratione curandi per sanguinis missionem. Leonharto Fuchsio Medico interprete (Digitalisat); S. 290râ293r: Claudii Galeni pergameni, de hirudinibus, revulsione, cucurbitulae et Scarificatione Libellus. Leonharto Fuchsio Medico interprete (Digitalisat).
cite-note-457. Abulcasis. Chirurgie. Teil II, Kapitel 97: De phlebotomia venarum. Druck Schott, StraĂburg 1532, S. 262 biusante.parisdescartes.fr
cite-note-4646. â Josef Bauer: Geschichte der AderlĂ€sse. E. H. Gummi, MĂŒnchen 1870, S. 99â102 (Digitalisat). Arturo Castiglioni: Der AderlaĂ. In: Ciba-Zeitschrift, 66, Band 6, Wehr / Baden 1954, S. 2197. â Liber Rasis ad Almansorem, Venedig 1497, Traktat 7, Cap. 21 (Digitalisat).
cite-note-4747. â Josef Bauer: Geschichte der AderlĂ€sse. E. H. Gummi, MĂŒnchen 1870, S. 109 (Digitalisat). â KitÄb at-TaisÄ«r fÄ« l-mudÄwÄt wa-t-tadbÄ«r (Buch der Vereinfachung/Wegbereitung von Therapie und DiĂ€tetik), Buch I, Traktat 16, Kapitel 3 (Digitalisat).
cite-note-4848. â At-Tasrif Abulcasis: Chirurgia. Lib. tres. Schott, StraĂburg 1532, Pars secunda. De phlebotomia Venarum. Caput XCVII, S. 259â270 (Digitalisat) --- Aboul Kasim Al Zahravi / Abulcasis / Abulcasis: â La chirurgie dâAbulcasis âŠ, trad. [de lâarabe] par le Dr. Lucien Leclerc. J.-B. BailliĂšre, Paris 1861 Livre II, Chapitre LXXXXVII De la section des vaisseaux sanguins; Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-4949. â Avicenna: Kanon der Medizin. Buch I, Fen IV, Capitel 20 (Ausgabe Andrea Alpago 1556) (Digitalisat).
cite-note-5050. â Claudius F. Mayer: A medieval english leechbook and its 14th century poem on bloodletting. In: Bulletin of the history of medicine. Band 7, 1939, S. 380â391.
cite-note-5151. â Gerhard Jaritz: AderlaĂ und Schröpfen im Chorfrauenstift Klosterneuburg (1445â1533). In: Jahrbuch des Stiftes Klosterneuburg. Neue Folge, Band 9, S. 67â108.
cite-note-5252. â Michael R. McVaugh: Medicine before the plague. Practitioners and their patients in the Crown of Aragon, 1285â1345. University Press, Cambridge 1993, S. 152â153, ISBN 0-521-41235-8. â Julius Pagel: Die Chirurgie des Heinrich von Mondeville nach Berliner, Erfurter und Pariser Codices zum ersten Male herausgegeben. August Hirschwald, Berlin 1892, S. 365â382: Aderlass; Textarchiv â Internet Archive. â Edouard Nicaise: Chirurgie de maĂźtre Henri de Mondeville, chirurgien de Philippe le Bel, roi de France. ComposĂ©e de 1306 Ă 1320. BailliĂšre, Paris, 1893, S. 532â555: Aderlass (Digitalisat). â Max Neuburger: Geschichte der Medizin. Enke, Stuttgart 1911, Band II, Teil 1, S. 488â495: Literarhistorische Ăbersicht. Henri de Mondeville. Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-5353. â Chirurgia magna. La grande chirurgie de Guy de Chauliac, chirurgien, maĂźtre en mĂ©decine de lâUniversitĂ© de Montpellier composĂ©e en lâan 1363. 7. Traktat, 1. Doktrin, 1. Kapitel. Venedig, 23. Dezember 1499 S. 62vâ64r: Aderlass (Digitalisat). Lyon 1585, S. 358â366 (Digitalisat). â Transkribiert und kommentiert durch E. Nicaise, Alcan, Paris 1890, S. 555â570: Aderlass (Digitalisat).
cite-note-5555. â Hieronymus Brunschwig: Kleines Destillierbuch. Johann GrĂŒninger, StraĂburg 1500, Blatt 77r: Menschen Blut Wasser (Digitalisat).
cite-note-5656. â Hieronymus Brunschwig: Liber de arte Distillandi de Compositis ⊠StraĂburg 1512, Blatt 29râ29v: ⊠Quintam essentiam uĂ zu ziehen uĂ menschlichem blut (Digitalisat)
cite-note-5757. â Philipp Ulstad: Coelum Philosophorum. StraĂburg 1526, Blatt XXIIIIr â XXIIIIv: ⊠ex sanguine humano ⊠Et haec in omnibus egritudinibus ex nimia sua nobilitate & virtute maxime est sustentativa naturae humanae, & citissime egro tantem a quocunque morbo liberat. Et haec sufficiant de sanguine humano. ⊠(Digitalisat)
cite-note-5858. â Philipp Ulstad: Coelum Philosophorum. Von heymlicheyt der Natur. StraĂburg 1536, Kapitel 14 (Blatt 17vâ18r): Wie man Quintam Essentiam auĂ menschen blĆŻt ⊠ziehen soll. ⊠Diese Quinta Essentia helt auff hefftiglich die menschlich natur in allen kranckheyten / und von stundt an erlöĂt sie den krancken (die sei wie sie wöl) von seinen siechtagen / Das sei genĆŻg vom menschen blĆŻt. ⊠(Digitalisat)
cite-note-5959. â Udo Benzenhöfer: Johannesâ de Rupescissa âLiber de consideratione quintae essentiae omnium rerumâ deutsch. Studien zur Alchemia medica des 15. bis 17. Jahrhunderts mit kritischer Edition des Textes. Steiner, Stuttgart 1989 (= Heidelberger Studien zur Naturheilkunde der frĂŒhen Neuzeit. Band 1); S. 109â110: Wie man daz fĂŒnffte wesen sol ziehen ⊠zu deme ersten von menschen blute âŠ
cite-note-608. Handschriftencensus, MĂŒnchen, Staatsbibliothek, Cgm 32 (Digitalisat).
cite-note-619. Cgm 32, Kalender und Praktika, 14. Jahrhundert (Digitalisat).
cite-note-6210. Staatsbibliothek Berlin, mgq 2021, medizinische Mischhandschrift, bairisch-österreichisch, um 1460, Blatt 181v (Digitalisat)
cite-note-6311. Clm 2777 Blatt 17r, Kalender 1469 (Digitalisat).
cite-note-6412. Clm 18294, 1471, Blatt 282v (Digitalisat).
cite-note-6513. Cpg 291, Bayern, 2. HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts (Digitalisat).
cite-note-6614. Clm 206, Blatt 35, Kalender, 15. Jh. (Digitalisat).
cite-note-6715. Fasciculus Medicinae. Gregoriis, Venedig 26. Juli 1491, Blatt 2vâ5v (Digitalisat).
cite-note-6816. Hans von Gersdorff: Feldbuch der Wundarznei. Schott, StraĂburg 1517, Blatt 14râ18r (Kapitel 13â16) (Digitalisat).
cite-note-6917. Cgm 340, Mitte 15. Jh., Blatt 129r (Digitalisat).
cite-note-7070. â Zu gedruckten Aderlasskalendern vgl. etwa Aderlasskalender. StraĂburg 1492, oder in der Staatsbibliothek Bamberg, VI. F. 15, den WĂŒrzburger Mondphasen- und Aderlasskalender auf das Jahr 1488.
cite-note-7171. â Alexander Seitz: Der Tractat vom Aderlassen. Landshut 1520.
cite-note-7272. â Peter Apian: Eine kleine und guete unterrichtung, wye man sich in Aderlassen halten sol. In: Peter Apian: Ein kĂŒnstlich Instrument oder Sonnen ur, dardurch auch vil nutzbarliche Dinge gefunden werden. Landshut 1524.
cite-note-7373. â Konrad Goehl, Johannes Gottfried Mayer: Variationen ĂŒber den Phlebotomie-Traktat âșVenarum minutioâč. Die Vorlage des sogenannten âș24-Paragraphen-Textesâč. In: Konrad Goehl. Johannes Gottfried Mayer (Hrsg.): Editionen und Studien zur lateinischen und deutschen Fachprosa des Mittelalters. Festgabe fĂŒr Gundolf Keil. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2000 (= Texte und Wissen. Band 3), ISBN 3-8260-1851-6, S. 45â65.
cite-note-7474. â Gundolf Keil: âPhlebotomia Hippocratisâ. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1154 f.
cite-note-7575. â Friedrich Lenhardt: âPhlebotomia Hippocratisâ (âEpistula de phlebotomia Iâ). In: Verfasserlexikon. 2. Auflage. Band 7, Sp. 616â620.
cite-note-7676. â mittelhochdeutsch (bluot) lĂązen stand fĂŒr lateinisch (sanguinem) minuere; vgl. Gundolf Keil: Phlebotomie (AderlaĂ). In: EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. 2005, S. 1155. Vgl. auch Volker Rödel: Minutor ministerialis. Zur sozialen MobilitĂ€t von Heilhilfspersonen in Klöstern des Hochmittelalters. In: Medizinhistorisches Journal. Band 14, 1979, S. 17â175.
cite-note-7777. â Friedrich Lenhardt, Gundolf Keil: âLob des Aderlassesâ. In: Verfasserlexikon. 2. Auflage. Band 5, Sp. 862â865.
cite-note-7878. â Gundolf Keil: âLob des Aderlassesâ. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 859.
cite-note-7979. â Avicenna: Kanon der Medizin. Buch I, Fen IV, Capitel 20 (Ausgabe Andrea Alpago 1556) (Digitalisat).
cite-note-8080. â Karl Sudhoff: BeitrĂ€ge zur Geschichte der Chirurgie im Mittelalter, graphische und textliche Untersuchungen in mittelalterlichen Handschriften. J. A. Barth, Leipzig 1914â1918. Band 1 (1914) (Digitalisat). Darin S. 144â197: Merkbilder und Merkbildtexte fĂŒr die AderlaĂstellenwahl bei den Erkrankungen der einzelnen Körperorgane (Digitalisat).
cite-note-8181. â Gundolf Keil: âVierundzwanzig-Paragraphen-Textâ. In: Verfasserlexikon. 2. Auflage. Band 10 (1999), Sp. 334â339.
cite-note-8282. â Handschriftencensus. Vierundzwanzig-Paragraphen-Text (Digitalisat).
cite-note-8383. â Handschriftencensus. Engelin, Jakob: âAderlaĂtraktatâ (Digitalisat).
cite-note-8484. â Gundolf Keil: Engelin, Jakob (Jacobus de Ulma). In: EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. 2005, S. 355.
cite-note-8585. â Friedrich Lenhardt: âWann ain mensch geswillet von lassenâ. Anweisungen zur Therapie von Komplikationen beim AderlaĂ. In: âgelĂȘrter der arzeniĂȘ, ouch apotĂȘkerâ. BeitrĂ€ge zur Wissenschaftsgeschichte. Festschrift zum 70. Geburtstag von Willem F. Daems. Hrsg. von Gundolf Keil, Horst Wellm Verlag, Pattensen/Hannover 1982 (= WĂŒrzburger medizinhistorische Forschungen, 24), ISBN 3-921456-35-5, S. 269â300, hier: S. 280â281.
cite-note-8686. â Gerrit Bauer: Das âHaager AderlaĂbĂŒchleinâ (= Studien zum Ă€rztlichen Vademecum des SpĂ€tmittelalters. Band 1). (Medizinische Dissertation WĂŒrzburg 1978), Wellm, Pattensen, jetzt bei Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg, 1978 (= WĂŒrzburger medizinhistorische Forschungen. Band 14). ISBN 3-921456-20-7.
cite-note-8787. â Gundolf Keil: âHaager AderlaĂbĂŒchleinâ. In: Werner E. Gerabek u. a. (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. 2005, S. 521.
cite-note-8888. â Gundolf Keil: NachtrĂ€ge zum Verfasserlexikon: AderlassbĂŒchlein. In: Studia neophilologica. Band 43, Nr. 2, 1971, S. 377â383.
cite-note-8989. â Gundolf Keil, Gerrit Bauer: âHaager AderlaĂbĂŒchleinâ. In: Burghart Wachinger u. a. (Hrsg.): Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. 2., völlig neu bearbeitete Auflage. ISBN 3-11-022248-5, Band 3: Gert van der SchĂŒren â Hildegard von Bingen. Berlin / New York 1981, Sp. 357â358.
cite-note-9090. â Vgl. auch Johannes Gottfried Mayer, Kurt Hans Straub: Gegen Pest und Laienmedizin. Der niederrheinische Pesttraktat âRegimen de epidemiaâ von 1490. In: Konrad Goehl, Johannes Gottfried Mayer (Hrsg.): Editionen und Studien zur lateinischen und deutschen Fachprosa des Mittelalters. Festgabe fĂŒr Gundolf Keil zum 65. Geburtstag. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2000 (= Texte und Wissen. Band 3), ISBN 3-8260-1851-6, S. 167â192, hier: S. 172.
cite-note-9191. â Vgl. Heinz-JĂŒrgen Bergmann, Gundolf Keil: Das MĂŒnchner PestlaĂmĂ€nnchen. Standardisierungstendenzen in der spĂ€tmittelalterlichen deutschen Pestliteratur. In: Gundolf Keil, Peter Assion, Willem Frans Daems, Heinz-Ulrich Röhl (Hrsg.): Fachprosa-Studien. BeitrĂ€ge zur mittelalterlichen Wissenschafts- und Geistesgeschichte. (Festschrift Gerhard Eis) E. Schmidt, Berlin 1982, ISBN 3-503-01269-9, S. 318â330.
cite-note-9292. â Gundolf Keil: âPestlaĂmĂ€nnleinâ. In: Verfasserlexikon. 2. Auflage. Band 7 (1988), Sp. 416â418.
cite-note-9393. â Vgl. auch Gloria Werthmann-Haas, Gundolf Keil: Zur Ikonographie des âPestlaĂmĂ€nnleinsâ. In: Fortschritte der Medizin. Band 106, 1988, S. 267â268.
cite-note-9494. â Wolfgang Wegner: Bairisches AderlaĂbĂŒchlein. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 133. cpg 558, Medizinische Sammelhandschrift, Nordbayern, um 1470 â um 1485, Blatt 27vâ30r (Digitalisat).
cite-note-9595. â Gundolf Keil: âGenter AderlaĂbĂŒchleinâ. In: EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. 2005, S. 476.
cite-note-9696. â Friedrich Lenhardt, Gundolf Keil: Genter AderlaĂbĂŒchlein. In: Burghart Wachinger u. a. (Hrsg.): Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. 2., völlig neu bearbeitete Auflage. ISBN 3-11-022248-5, Band 2: Comitis, Gerhard â Gerstenberg, Wigand. Berlin / New York 1980, Sp. 1192 f.
cite-note-9797. â Vgl. Christine Boot: an aderlaszen ligt grosz gesuntheit. Zur ReprĂ€sentanz von Ortolfs Phlebotomie in deutschsprachigen AderlaĂtraktaten. In: Gundolf Keil, Johannes G. Mayer, Christian Naser (Hrsg.): âein teutsch puech machenâ. Untersuchungen zur landessprachlichen Vermittlung medizinischen Wissens (= Ortolf-Studien. Band 1). Reichert, Wiesbaden 1993 (= Wissensliteratur im Mittelalter. Schriften des Sonderforschungsbereichs 226 WĂŒrzburg/EichstĂ€tt. Band 11), ISBN 3-88226-539-6, S. 112â157.
cite-note-9898. â Vgl. auch Ortrun Riha: Mittelalterliche Heilkunst. Das Arzneibuch Ortolfs von Baierland (um 1300). Deutscher Wissenschafts-Verlag, Baden-Baden 2014, ISBN 978-3-86888-071-7, S. 23â24.
cite-note-9999. â Wolfgang Wegner: âAsanger AderlaĂbĂŒchleinâ. In: Werner E. Gerabek u. a. (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. 2005, S. 109.
cite-note-100100. â Gerhard Eis, Wolfram Schmitt: Das Asanger AderlaĂ- und RezeptbĂŒchlein (1516â1531). Stuttgart 1967 (= Veröffentlichungen der Internationalen Gesellschaft fĂŒr Geschichte der Pharmazie. Neue Folge, Band 31). Mit Edition des Textes.
cite-note-101101. â Zum eng damit verwandten Traktat Venarum minutio siehe Konrad Goehl, Johannes Gottfried Mayer: Variationen ĂŒber den Phlebotomie-Traktat âșVenarum minutioâč. Die Vorlage des sogenannten âș24-Paragraphen-Textesâč. In: Konrad Goehl. Johannes Gottfried Mayer (Hrsg.): Editionen und Studien zur lateinischen und deutschen Fachprosa des Mittelalters. Festgabe fĂŒr Gundolf Keil. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2000 (= Texte und Wissen. Band 3), ISBN 3-8260-1851-6, S. 45â65.
cite-note-102102. â Friedrich Lenhardt: Oberdeutsches AderlaĂbĂŒchel. In: Verfasserlexikon. 2. Auflage. Band 6, Sp. 1274â1276.
cite-note-103103. â Gundolf Keil: Bairisches AderlaĂbĂŒchlein. In: Verfasserlexikon. 2. Auflage. Band 1, Sp. 581 f.
cite-note-104104. â Gundolf Keil: âAsanger AderlaĂbĂŒchleinâ. In: Verfasserlexikon. 2. Auflage. Band 1, Sp. 507.
cite-note-105105. â Vgl. auch Gundolf Keil: Zur Wirkungsgeschichte von Ortolfs AderlaĂ-Kapitel (âArzneibuchâ, 73). In: Friedrun R. Hau, Gundolf Keil, Charlotte Schubert (Hrsg.): âIstorgia dalla Madaschegnaâ. Festschrift Nikolaus Mani. Pattensen 1985, S. 99â114.
cite-note-106106. â Irmgard MĂŒller: HĂ€matoskopie. In: EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. 2005, S. 525.
cite-note-107107. â Friedrich Lenhardt: Blutschau. Untersuchungen zur Entwicklung der HĂ€matoskopie. (Medizinische Dissertation, WĂŒrzburg 1980) Pattensen bei Hann. (jetzt Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg) 1986 (= WĂŒrzburger medizinhistorische Forschungen. Band 22).
cite-note-108108. â Johannes Gottfried Mayer: Die Blutschau in der spĂ€tmittelalterlichen deutschen Diagnostik. NachtrĂ€ge zu Friedrich Lenhardt aus der handschriftlichen Ăberlieferung des âArzneibuchsâ Ortolfs von Baierland. In: Sudhoffs Archiv. Band 72, 1988, S. 225â233.
cite-note-109109. â Friedrich Lenhardt: HĂ€matoskopie-Traktate (Blutschau-Traktate). In: Burghart Wachinger u. a. (Hrsg.): Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. 2., völlig neu bearbeitete Auflage. Band 3. De Gruyter, Berlin / New York 1981, ISBN 3-11-007264-5, Sp. 422â425.
cite-note-110110. â Gundolf Keil: HĂ€matoskopie-Traktate (Blutschau-Traktate). In: EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. 2005, S. 525â526.
cite-note-111111. â Friedrich Lenhardt: âWann ain mensch geswillet von lassenâ. Anweisungen zur Therapie von Komplikationen beim AderlaĂ. In: Gundolf Keil (Hrsg.): âgelĂȘrter der arzeniĂȘ, ouch apotĂȘkerâ. BeitrĂ€ge zur Wissenschaftsgeschichte. Festschrift zum 70. Geburtstag von Willem F. Daems. Horst Wellm Verlag, Pattensen/Hannover 1982, erschienen 1983 (= WĂŒrzburger medizinhistorische Forschungen. Band 24), ISBN 3-921456-35-5, S. 269â300.
cite-note-112112. â M. Wardrop: Nouveau moyen pour pouvoir pratiquer les grand opĂ©rations chez les persones trĂšs irritables. In: Revue med. 11, 1823 (Auszug aus Annali universali di medicina di Milano. April/Mai 1823).
cite-note-113113. â H. Orth, I. Kis: SchmerzbekĂ€mpfung und Narkose. 1973, S. 5.
cite-note-11418. Vgl. auch Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff: Kurze Ăbersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 22.
cite-note-11519. Giovanni Manardi: Galeni ars medicinalis. Rom 1525. (Digitalisat).
cite-note-11620. Emilio Campolongo: De arthritide liber unus ⊠Meietus, Venedig 1586, S. 49 : Qua vena in arthriticis secanda. (Digitalisat).
cite-note-11721. Lorenzo Bellini: ⊠de missione sanguinis ⊠Antonius Pisarius, Bologna 1683, S. 76â214; Textarchiv â Internet Archive. ⊠de morbi pulmonis et pectoris. Antonius Pisarius, Bologna 1683, S. 562â603; Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-11822. Pierre Brissot: Apologetica disceptatio, qua docetur per quae loca sanguis mitti debeat in viscerum inflammationibus. Simon Colina, Paris 1525 (Digitalisat).
cite-note-11923. Andreas Vesalius: Epistola, docens venam axillarem dextri cubiti in dolore laterali secandam. Löwen 1538; Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-12024. Leonhart Fuchs: Errata recentiorum medicorum, LX. Numero adiectis eorundem confutationibus. Hagenau MĂ€rz 1530. Error 37 (falsch: 38), S. 46â51: In interiorum membrorum inflammationibus incidenda est vena quae directo est. (Digitalisat). â Leonhart Fuchs: Apologia Leonhardi Fuchsii contra Hieremiam Thriverum Brachelium, Medicum Lovaniensem, qua monstratur quod in viscerum inflammationibus, pleuritide praesertim, sanguis e directo lateris affecti mitti debeat. Peter Braubach, Hagenau August 1534 (Digitalisat).
cite-note-12125. Lorenz Fries: Spiegel der Arznei. GrĂŒninger, StraĂburg 1518, Blatt 71vâ76v (Digitalisat). â Lorenz Fries: Defensio medicorum princeps Avicennae, ad Germaniae Medicos. Johann Knoblauch, StraĂburg 24. August 1530 (Digitalisat). TeilĂŒbersetzung bei: Felix Klein-Franke: Die klassische Antike in der Tradition des Islam. Darmstadt 1980 (ErtrĂ€ge der Forschung, Band 136.), S. 24â28. â Theodor Meyer-Steineg, Karl Sudhoff: Geschichte der Medizin im Ăberblick mit Abbildungen. 4. Auflage. Fischer, Jena 1950, S. 268â269.
cite-note-12226. Josef Bauer: Geschichte der AderlĂ€sse. E. H. Gummi, MĂŒnchen 1870, S. 149â150 (Digitalisat). â Santorio Santorio: Methodi vitandorum errorum omnium, qui in arte medica contingunt libre quindecim. Franciscus Barilettus, Venedig 1603. Darin: Liber XIV (S. 204râ215r) De Revulsione & derivatione. (Digitalisat).
cite-note-12327. Erster Theil der BĂŒcher und Schrifften des Edlen / Hochgelehrten und Bewehrten Philosophi unnd Medici, Philippi Theophrasti Bombast von Hohenheim ⊠(Huser-Ausgabe) Conrad Waldkirch, Basel 1589, S. 86: (Digitalisat).
cite-note-12428. Dritter Theil der BĂŒcher und Schrifften des Edlen / Hochgelehrten und Bewehrten Philosophi unnd Medici, Philippi Theophrasti Bombast von Hohenheim ⊠(Huser-Ausgabe) Conrad Waldkirch, Basel 1589, S. 402 (Digitalisat).
cite-note-12529. Appendix deĂ fĂŒnfften Theils Operum Theophrasti. ⊠(Huser-Ausgabe) Conrad Waldkirch, Basel 1589, S. 45â98: Aderlassens Underricht: Auch vom Schrepffen: Durch den Hochgelehrten Herrn Th. von HH. beyder Artzney Doctorn(Digitalisat).
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cite-note-14246. Josef Bauer: Geschichte der AderlĂ€sse. E. H. Gummi, MĂŒnchen 1870, S. 156 (Digitalisat). â Dionys KrĂ€gel und Georg Hamberger: De Venaesectione quatenus motum sanguinis mutat. 1723; 2. Auflage. Jena 1737 (Digitalisat).
cite-note-14347. François Quesnay: Observations sur les effets de la saignĂ©e, tant dans les maladies du ressort de la mĂ©decine que de la chirurgie, fondĂ©es sur les lois de lâhydrostatique: avec des remarques critiques, sur le traitĂ© de lâusage des diffĂ©rentes sortes de saignĂ©es, de Monsieur Silva. Osmont, Paris 1730 (Digitalisat).
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cite-note-14650. Josef Bauer: Geschichte der AderlĂ€sse. E. H. Gummi, MĂŒnchen 1870, S. 179â180 (Digitalisat). â Albrecht von Haller: Venae sectionis in mutando motu sanguinis effectus. In: Commentarii Societatis Regiae Scientiarium Gottingensis Tomus IIII. Ad annum 1754, S. 396â483: Alberti von Haller. De sanguinis motu experimenta anatomica. D. 8. Octobris 1754, S. 446â459 (Digitalisat).
cite-note-14751. Josef Bauer: Geschichte der AderlĂ€sse. E. H. Gummi, MĂŒnchen 1870, S. 170â172 (Digitalisat). â Friedrich Hoffmann: Betrachtung des herrlichen Nutzens / den man sich vom Aderlassen / zur Erhaltung eines gesunden und langen Lebens / versprechen kann. In: GrĂŒndliche Anweisung wie ein Mensch seine Gesundheit erhalten / und vor allerhand Kranckheiten / durch ordentliche Lebensart / sich verwahren könne. 2. Teil Halle 1716, S. 407â464 (Digitalisat).
cite-note-14852. Josef Bauer: Geschichte der AderlĂ€sse. E. H. Gummi, MĂŒnchen 1870, S. 172â175 (Digitalisat). â Theodor Meyer-Steineg: Systembildung in der Medizin des 18. Jahrhunderts. In: Theodor Meyer-Steineg und Karl Sudhoff. Geschichte der Medizin im Ăberblick mit Abbildungen. 4. Auflage. Jena 1950, S. 340â350. â Georg Ernst Stahl: Herrn George Ernst Stahls ⊠GrĂŒndliche Abhandelung des Aderlassens: So wohl dessen Gebrauchs und MiĂbrauchs Als auch dessen besonderen Application auf dem Fusse und andern gewissen Theilen des Leibes; Nebst einem ausfĂŒhrlichen Bericht, Was von Aderlassen in hitzigen Fiebern zu halten sey. Eyssel, Leipzig 1719 (Digitalisat).
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cite-note-15559. Des Freyherrn Gerhards van Swieten ⊠ErlĂ€uterungen der Boerhaavischen LehrsĂ€tze ⊠Band I, S. 314â315 (Digitalisat).
cite-note-15660. Des Freyherrn Gerhards van Swieten ⊠ErlĂ€uterungen der Boerhaavischen LehrsĂ€tze ⊠Band II, S. 254â255 (Digitalisat).
cite-note-15761. Van Swieten: ErlĂ€uterungen der Boerhaaveschen LehrsĂ€tze. (Digitalisat). â Zitat Celsus: âWenn sich in allen Gliedern des Leibes eine starke LĂ€hmung eingefunden hat, so wird ein Aderlass den Patienten entweder gesund machen, oder töten.â Eduard Scheller (Ăbers.): Aulus Cornelius Celsus. Ăber die Arzneiwissenschaft in acht BĂŒchern. Nach der Textausgabe von Charles Daremberg. 2. Auflage. Vieweg, Braunschweig 1906, S. 83; Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-15862. William Cullen: AnfangsgrĂŒnde der praktischen Arzneywissenschaft. C. Fritsch, Leipzig 1778, Band I, No 69: Einteilung in inflammatorische und Nervenfieber (Digitalisat); Band I, No. 348â353: BrustentzĂŒndung (Digitalisat); Band III, No. 1069: Von dem SchlagfluĂ (Digitalisat); Band III, No. 1264â1265: Fallende Sucht (Digitalisat); Band III, No. 1326: Periodische EngbrĂŒstigkeit (Digitalisat); Band III, S. 332: Ertrunkene Personen wiederherstellen (Digitalisat); Band IV, No. 1504: Raserey (Digitalisat).
cite-note-15963. John Brownâs System der Heilkunde. Nach der letzteren, vom Verfasser sehr vermehrten und mit Anmerkungen bereicherten Englischen Ausgabe ĂŒbersetzt und mit einer kritischen Abhandlung ĂŒber die Brownischen GrundsĂ€tze begleitet von C. H. Pfaff ⊠Prost und Storch, Kopenhagen 1796 (Digitalisat). Darin: S. 269â270: Heilart der sthenischen Krankheitsform. (Digitalisat).
cite-note-16064. Josef Bauer: Geschichte der AderlĂ€sse. E. H. Gummi, MĂŒnchen 1870, S. 207â211: Die Lehre vom Contrastimulus: (Digitalisat). â Giovanni Rasori: Storia della febbre epidemica di Genova negli anni 1799 e 1800. Pirotta e Maspero, Mailand 1801 (anno IX) (deutsch Wien 1803; französisch Paris 1822); Textarchiv â Internet Archive.
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